Kampagne für die LGBTQI+ Community in Tansania

21.04.2020
Ankündigungen

Ein Freiwilligenjahr in Tansania. Für mich hieß das: Endlich weg von Deutschland, endlich mal etwas anderes machen, sehen und erleben. Endlich ein selbstbestimmteres, freieres Leben. So ganz frei dann auch wieder nicht, denn was das Ganze für mich auch hieß war: Ein Jahr nicht ganz der Mensch sein zu dürfen, der ich bin.

Homosexuelle Handlungen sind in Tansania laut Strafgesetzbuch nach Paragrafen 138 A, 154 und 157 illegal. Seit 2016 geht die tansanische Regierung hart gegen Homosexualität vor. Vor allem in Dar es Salaam und auf Sansibar kommt es immer wieder zu Festnahmen angeblich schwuler und lesbischer Menschen. Da ich mir mein Afrikajahr, davon aber nicht verderben lassen wollte, war mir klar, dass ich diesen Teil von mir die Zeit über in eine Schachtel stecken und erst wieder herausholen würde, wenn ich zurück in Deutschland bin.

Doch nach 3 Monaten in Tansania, lernte ich einen Mann (Fußnote 2) kennen, der offen zu seiner Homosexualiät steht. Bisher kam das Thema in meinem Bekanntkreis kaum auf und wenn, dann wurde nach Kommentaren wie: „Das ist nicht normal.“ oder „Ich verstehe nicht nicht, wie die sich zu soetwas entscheiden können.“, schnell abgewinkt, so als wolle man über „Sündiges“ möglichst nicht nachdenken. Umso mehr überraschte mich wie offen mein neuer Freund über seine Sexualität redete. Doch er erzählte mir auch von den Diskriminierungen und der Gewalt, mit denen Menschen der LGBTQI-Community in Tansania täglich umgehen müssen.

Aus diesem Grund habe er eine Organisation gegründet, die genau diesen Menschen helfen soll. Er hat bereits vielen aus miserablen Lagen helfen können. So nahm er Freunde auf, wenn sie von Zuhause verstoßen wurden oder holte sie heraus, wenn sie im Gefängnis saßen.

Momentan verbreitet sich CoVid 19 auch in Tansania und mehrere Menschen aus der Community haben sich angesteckt. Leider herrscht auch in Krankenhäusern Diskriminierung und Ärzte bzw. Krankenpfleger behandeln sie schlecht oder gar nicht.

„We don‘t get the treatment we need, because people take us as a curse.”

Leider ist die gegründete Organisation nicht gesetzlich registriert, was es Hilfsorganisationen schwer macht Unterstützung, gerade auch in diesen Zeiten, Hilfe zu leisten. Dieses Fundraising hat somit das Ziel Geld für die Registrierung zu sammeln. Alles was über die Kosten der Registrierung geht fließt in die Unterstützung der CoVid19- Erkrankten hinein.

Geld ist nicht die Welt, aber Geld regiert die Welt und leider fließt es oft nicht dorthin, wo es doch eigentlich bitter benötigt wird.

Zur Unterstützung der LGBTQI+Community in Tansania freuen wir uns über Spenden auf folgendes Konto:

Bank: GLS Bank; BIC: GENODEM1GLS , IBAN: DE29 4306 0967 2026 3043 00, Verwendungszweck: "Spende LGBTQI"

Jeder Euro hilft! Bitte spendet zeitnah (bis 15. Juni 2020), da die Registrierung und damit weitere Möglichkeiten der Unterstützung eilen!

Für Spenden ab 50 Euro stellt die DTP eine Spendenbescheinigung aus, bitte führe dazu zusätzlich deinen Namen und Adresse im Verwendungszweck auf.

Auch Spenden unter diesem Betrag sind selbstverständlich steuerabzugsfähig (nachzuweisen über Kontoauszug/Buchungsbestätigung).

Wir halten euch über die Erreichung der Registrierung auf dem Laufenden.


(1)LGBTQI+ steht für: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell/Transgender und Intersexuell

(2) Die Namen der Beteiligten, sowie die der Organisation werden nicht erwähnt, um jegliches Risiko auszuschließen, dass die Registrierung nicht klappen könnte.