Der Sinn in meinem Freiwilligenjahr

Macht es Sinn, einen Freiwilligendienst zu machen? Wir packten unsere Koffer, stiegen in den Flieger und ließen Deutschland weit hinter uns. Und jetzt sind wir schon eine ganze Weile hier. 176 Tage, um genau zu sein. Warum eigentlich? Ein Fazit von sechs Freiwilligen.

Lukas Kestel (Chumbe Island) Lukas Kestel (Chumbe Island) Es zeigt mich mit einer sansibarischen Schulklasse auf Chumbe kurz bevor‘s ins Wasser zum Schnorcheln geht. Die Jugendlichen für den Ozean und Umweltschutz zu begeistern erfüllt mich immer wieder aufs Neue!! [Foto von Lukas Kestel, Die Rechte dieses Bildes liegen bei Lukas Kestel.]

Was machen wir hier eigentlich?

Sind wir, eine Gruppe von durchschnittlich 19-Jahre-alten, zumeist unausgebildeten Abiturient_innen, die die lokale Sprache zunächst nicht beherrschen, für Tanzania mit unserem Freiwilligenjahr hilfreich?

Was hat das eigentlich alles für einen Sinn?

Das sind die Fragen, die ich mir hier nach 5 Monaten Aufenthalt in Tanzania anfange zu stellen. Anfangs so viel Trubel, Neues, Erlebnisse und Bilder, die allem widersprechen, wie ich mir einen Freiwilligendienst in Tanzania vorgestellt habe. Und jetzt fügen sich die Dinge so langsam zusammen, ich fange an zu verstehen, was die Gastmutter von Johanna von der Farm rüber ruft, wenn wir zum Essen kommen sollen und diese ganze Fremdheit, die ich am Anfang so oft spürte, kommt immer seltener zu Tage. An Stelle dessen mein Wecker, der mich jeden Tag um exakt 7:30 hochschrecken lässt, der stinknormale Weg zur Arbeit, das morgendliche Eintrudeln meiner Kolleginnen auf Arbeit,… Erfolgserlebnisse; letztens zum Beispiel fiel mir auf, wie leichtfüßig ich inzwischen Bus- und Fährtickets am Schalter auf Swahili besorge, um dann ganz normal hunderte Kilometer durchs - inzwischen um ein Vielfaches weniger fremde - Land zu reisen; Handlungen, um die ich zu Anfang einen großen Bogen machte. Und diese Zeit, viel, viel Zeit, die ich habe, um mich zu fragen: Was mache ich hier eigentlich?

Ein paar Zufälle brachten mich auf die Idee, dieses Thema im Blog zu behandeln: Durch viele Bewerbungen bei unterschiedlichsten weltwärts-Trägern, und das vor mehr als einem Jahr, passierte es, dass ich irgendwie auf einem der Freiwilligen-Email-Verteiler gelandet bin; und das, ohne überhaupt mit der entsprechenden Organisation auszureisen. Wie wir schreiben die Freiwilligen dort auch monatliche Berichte, in denen von dem, was uns gerade bewegt, berichtet wird. Doch nach einem halben Jahr im Ausland stellte die Koordinatorin eine ganz besondere Aufgabe: jede_r Freiwillige wurde aufgerufen, ein Video mit dem Titel “Der Sinn in meinem Freiwilligenjahr” zu drehen, ein Titel, der meinen Kopf nicht so schnell verlassen wollte. Und so entschieden sich Johanna und ich dazu, 6 der 11 derzeitigen Nord-Süd-Freiwilligen zu diesem Thema zu interviewen und ihre Blickwinkel in unserem Blockeintrag darzustellen. Danke an Ferdinand de Weldige, Hinrich Gödeke, Jonathan Wagner, Lisa-Marie Gierse, Lukas Kestel und Sarah Neunast und viel Spaß beim Lesen!

Frage 1: IST ‘SINN’ GERADE EIN THEMA IN DEINEM LEBEN?

Alle Freiwilligen: Ja

Frage 2: HAT SICH DAS (dass Sinn ein Thema in deinem Leben ist) WÄHREND DEINER ZEIT IN TANSANIA VERÄNDERT?

“Das hat sich auf jeden Fall verändert. (…) In der Schule habe ich mir die Sinnfrage nicht wirklich gestellt.”

“Seit dem ich hier in Tanzania bin (ist Sinn) immer mehr (ein Thema in meinem Leben). Erstmal wurde man komplett aus seinem Umfeld zuhause herausgerissen, war ‘wieder komplett auf Null’, hatte seine normalen Familienangehörigen nicht und musste sich neu sortieren, ein kleines neues Leben aufbauen (…) und beschäftigte sich insofern viel mehr mit dem Thema Sinn”

“Und (es beschäftigt mich) auch, was mich eigentlich hier glücklich macht”

“Sinn ist ein Thema in meinem Leben weil ich mir gerade sehr viele Gedanken darüber mache, was ich nach dem Auslandsjahr machen will. (…) Dabei stelle ich mir natürlich viel die Frage, welchen Sinn ich meinem Leben geben möchte. (…) In der Zeit hier habe ich auf jeden Fall ein deutlich klareres Bild bekommen weil ich einfach noch viel mehr darüber nachgedacht habe”

“Dass man (…) auch manches von unserer Konsumgesellschaft in Frage stellt; ist es denn wirklich so sinnvoll, immer mehr und immer alles neu zu wollen und das Alte wegzuschmeißen?”

“Das hat sich auf jeden Fall verändert. Am Anfang haben wir uns bei den Seminaren viel informiert bzw. hat Tanja uns auch viel über den Sinn des Freiwilligendienstes erzählt. Somit habe ich mir auf jeden Fall Gedanken gemacht. In den ersten Monaten habe ich weniger darüber nachgedacht, weil ich mit den neuen Eindrücken beschäftigt war. Jetzt, nach fast 6 Monaten, habe einiges gemacht und da frage ich mich natürlich, ob die Arbeit hier überhaupt so Sinn macht, ob ich hier einen großen Teil beitrage und das den Leuten vor Ort weiterbringt.”

Frage 3: WIE GEHST DU MIT MEINUNGEN UM, DASS WELTWÄRTS EIN SELBSTNÜTZIGES PROGRAMM DEUTSCHLANDS IST, DAS MENSCHEN VON ZUHAUSE FORTBILDEN UND PERSÖNLICH BEREICHERN SOLL? KANNST DU DICH JETZT GERADE DAMIT ARRANGIEREN?

“Ja, ich kann mich damit arrangieren. (…) Das Ministerium heißt schließlich Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; klar mag das (Vorteile für Deutschland) ein Punkt sein, was ich aber nicht verwerflich finde. (…) Es ist eben so, dass Entwicklungshilfe vermutlich nicht rein ideell ist. (…) Seien das neue Absatzmärkte, Exportmärkte oder Sonstiges.”

“Wir haben im Seminar häufig darüber gesprochen. Klar ist es wichtig für mich- aber wenn ich sehe wie viel Freude die Kinder haben wenn ich Unterricht mache, dann ist das auch was Schönes für die, dass ich hier bin; deswegen beeinflusst mich das jetzt nicht groß.”

“Natürlich ist weltwärts gemeinnützig. (…) Der Umgang mit den Einheimischen(…) ist mir dabei besonders wichtig.”

“Ich kann diesen Blick verstehen und nachvollziehen, finde aber auch andererseits, dass ich, wenn ich hier aktiv mit den Locals Zeit verbringe, wie zum Beispiel in der Gastfamilie, schon einen Impact bringen kann und der Austausch beiden Seiten weiterhilft.”

“Ich wachse im Freiwilligenjahr viel, weil ich sehr viel Neues erfahre (…), was mich somit für mein Leben generell weiterbringt”

“Das ist eben so. Aber ich bin eben jetzt hier. (…) Auch wenn es ein echt komischer Gedanke ist - das war mir nicht bewusst, als ich mich für das Freiwilligenjahr entschieden habe - kann ich mich damit schon irgendwie arrangieren.”

“Meine Idee war: Ich komme her und mache eine Art Praktikum (…). Dass ich dabei was lerne aber auch etwas voranbringen kann.”

“Ja, ich kann mich sehr gut damit arrangieren, weil ich schon bei der Bewerbung (…) nie daran gedacht habe, dass ich irgendjemandem helfen bzw. etwas gemeinnütziges machen möchte. Es ging mir eigentlich immer darum, mich selbst weiterzuentwickeln. (…) Ich habe mit nie eingebildet, ich könnte hier irgendetwas helfen oder bewirken. (…) Ich finde das auch nicht schlimm. Weltwärts ist hauptsächlich ein Bildungsprojekt für deutsche Schüler_innen und Abiturient_innen und weniger Entwicklungshilfe.”

Anmerkung der Redaktion: Es ist wichtig, zu berücksichtigen, dass über 50% des Sinns und Effekts der Freiwilligen im Ausland sich erst im Nachhinein zeigen - das bestätigen die Erfahrungen vieler Freiwilliger. Es handelt sich um Änderungen in Sichtweise, Lebenseinstellung, Berufswahl, Weltoffenheit etc. Da wir Freiwilligen uns gerade mitten im Freiwilligendienst befinden, zielt diese Frage auf den Sinn im Alltag in Tansania ab - die Sinnfragen, die wir uns jetzt gerade stellen. Für den Sinn des Freiwilligendienst im Nachhinein braucht es dann wohl eine spätere Runde Interviews…

Frage 4: AUF EINER SKALA VON 1-10: FÜHLST DU DICH GERADE SINNVOLL? WARUM?

6-7/10: “In letzter Zeit geht es voran. Wenn ihr mich das vor vier Monaten gefragt hättet, hätte ich vielleicht 3-4/10 gesagt. Inzwischen habe ich hier meine eignen Projekte wie z.B. mein Kokusnusskrabben-Projekt: Hier gehe ich mit dem Head Ranger in den Wald, dann wiegen wir die Krabben, geben ihnen eine eigene Nummer, bestimmen Geschlecht etc. und werten Trends wie z.B. Ortwechsel der Tiere aus. Dadurch bringe ich meiner NGO und Wissenschaftler_innen wichtige Daten, die später für weiter Untersuchungen genutzt werden können. Außerdem sind Kokusnusskrabben auf der Roten Liste, was bedeutet, dass viel zu wenig Informationen von den Tieren auf der Welt existieren und somit jede Forschungsarbeit weiter helfen kann!”

“Außerdem eine 5/10 bezogen auf Kontakte die ich knüpfe und meine Gastfamilie, weil ich mit denen inzwischen sehr eng bin, wir uns viel austauschen und es zusammen viel Spaß macht. Aktuell verbringe ich viel Zeit mit Locals (Freunde, Familie, Nachbarn…) und das finde ich sehr schön”

3/10: “Ich bin mehr Gast oder Tourist (…) aber dadurch dass ich denke, dass mir die Zeit hier schon für meine persönliche Entwicklung weiterhilft, habe ich nicht das Gefühl, die Zeit hier zu verschwenden.”

3/10: “Aber irgendetwas voranbringen mit meinen Fähigkeiten tu ich hier bestimmt nicht.”

11/10: “Das war jetzt so viel die letzten Wochen; ich bin nach Bagamoyo (Seminar) zur Arbeit gekommen und habe direkt wieder Vollgas gegeben. (…) Da war extrem viel ‘Machen, Machen, Machen’, aber erfüllt mich total, weil ich weiß, dass das, was ich hier tue, sinnvoll ist.”

11/10: “Dass mein Einsatzort Chumbe durch meine Beiträge auf Instagram, in der Zeitung in Deutschland etc. bekannter wird und die Leute einen Einblick in Meeresschutz bekommen. (…) Wenn man sieht, wie die ganzen Strohhalme und der Müll im Meer landen, auch wenn es der Indische Ozean ist und nicht Nord- oder Ostsee, ist es doch genial, den Leuten über verschiedene Medien das vermitteln und sie zum Nachdenken anregen zu können!”

Sinnvoll 2/10, Erfüllt 7-8/10: “Mir ging es eigentlich hauptsächlich darum, woanders zu leben. Dann wird vielleicht ein Punkt abgezogen weil wir mitten auf dem Land wohnen und dann noch ein Punkt (…) weil wir keine Gastfamilie haben und dann ein Punkt weil auch die Arbeit ein bisschen zu wenig Sinn ergibt”

10/10: “Ich glaube, sinnvoll ist vor allen Dingen das Geld. Wenn ich mir überlege, was wir hier machen, bin ich der, der in meinem Kleinprojekt mit dem Geld kommt. Das ist glaube ich das Wichtigste; ich kann kaum bis ein bisschen mit den Leuten reden, und kann mit Wissen und Skills kaum weiterhelfen. Aber großartig Gespräche führen, diese Connection mit den Leuten, das machen meine Mitarbeiter_innen. Die Erfahrungsberichte sammeln sie ein, wodurch ich schwer einschätzen kann, wie sinnvoll das ganze ist.”

10/10: “Ich finde sinnvoll, dass ich da bin. Einerseits will ich helfen, andererseits möchte ich lernen und drittens würde das ganze ohne mich wahrscheinlich nicht passieren weil ohne mich das DTP Geld nicht da wäre.”

7/10: “Wegen der Kinder. Ich kann es immer wieder sagen; man merkt einfach, wie glücklich die sind. Ich habe sie von Anfang an in mein Herz geschlossen und deswegen komme ich auf eine konstante 7” (Freiwillige_r im Center für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen)

Frage 5: FÜHLT SICH DIE ZEIT IN TANSANIA AUCH MANCHMAL SINNLOS AN?

“In letzter Zeit hatte ich Momente, in denen ich denke, dass ich Zuhause mehr machen könnte; da ich dort meine Familie habe, alte Freunde und einen geregelten Alltag, wie meine Hobbys etc. Hier ist alles eher neuer und wenn ich dann mal nichts zu tun habe und gefühlt ‘auflaufe', denke ich schnell mal ‘ja okay, was mache ich jetzt?’ und was würde ich jetzt vielleicht zu Hause eher tun”

“Nein, für mich fühlt es sich nicht sinnlos an weil für mich der persönliche Aspekt eine größere Rolle spielt (als zu helfen)”

“Ich finde, sinnlos wird es dann, wenn man keine Möglichkeit findet, wie man sich einbringen kann. (…) Es ist mir wichtig - gerade in meinem Freiwilligendienst - Eigeninitiative zu zeigen.”

“Ich hatte hier noch keine Situation, in der ich mich hier sinnlos gefühlt habe, weil ich dann eher das Große Ganze anschaue. An einem schlechten Tag zweifle ich nicht gleich an meinem Freiwilligendienst sondern (…) motiviere mich immer wieder. Und - man ist ja auch nicht alleine hier.”

“Man merkt, dass der Chef nicht gerade viel ändert und dass er die Kinder immer weiter kneift und schlägt (…) da frage ich mich schon, ob es nicht sinnvoll wäre, hier etwas zu ändern. (…) Wir sprechen auch mit Lehrer_innen, die Kinder mit dem Stock schlagen. Die meinen auch, dass sie das eigentlich gar nicht wollen. Aber das macht hier jeder und wenn du es nicht machst, dann benehmen sich die Kinder auch nicht. Allerdings merken wir in unserem Unterricht, dass sich die Kinder benehmen können, wenn sie wollen - wir schlagen sie ja nicht.”

“Nein, das fühlt sich nie komplett sinnlos an. (…) Die Arbeit fühlt sich manchmal komplett sinnlos an - aber das ist ja nicht so ein großer Teil bei der DTP, und für mich noch weniger. (…) Deswegen hat das keinen so großen Einfluss, vor allem weil ich ja noch die Perspektive habe, woanders zu arbeiten und woanders zu leben womit dann theoretisch die Erfülltheits-Skala (von einer 7) auf eine 9 klettern könnte”

“Vor meinem Kleinprojekt hat sich alles etwas sinnlos angefühlt mit viel Rumsitzen und langen Zeiten, in denen bei mir auf Arbeit nicht so viel passiert ist. Dann denke ich mir allerdings wieder: die ganzen Herausforderungen, die Sprache Lernen und sich in eine neue Kultur einfinden mit sich bringen (…) sind im Endeffekt nicht sinnlos sondern bringt mich persönlich weiter.”

“Sinn liegt für mich in ‘ich mache was und dann passiert etwas und ich sehe, dass etwas dabei rumkommt. Ich baue die Öfen, überlege, wo wir die Materialien herbekommen,… Es fällt mir schwer, dann den Sinn zu sehen, wenn ich im Office sitze und Indikatoren für irgendwelche Proposals recherchiere, wie zu Beginn meiner Zeit hier. Allerdings könnte mir das auch in Deutschland so passieren.”

"Ich frage ich oft, wie es wäre, wenn ein richtiger Maurer die nachhaltigen Öfen, die wir im Zuge meines Kleinprojektes herstellen, bauen würde. Das würde wahrscheinlich schneller gehen, sähe am Ende besser aus und würde länger halten…?”

Frage 6: WELCHER ASPEKT DES SINNES DEINES MOMENTANEN AUFENTHALTES IST DIR GERADE AM WICHTIGSTEN? (Z.B. FAMILIE, ARBEIT, SPRACHE,…)

1) Arbeit, Reisen, Freude/Austausch mit Einheimischen 2) Arbeit, Freunde, Entdeckung der Umgebung 3) Leute, Abwechslung im Alltag, Swahili 4) Familie und Freunde 5) Arbeit: Die Kinder, die ich unterrichte 6) Soziale Integration, meine Zukunft nach dem Freiwilligendienst

“Auf jeden Fall die Leute, mit denen ich wohne”

“Das Swahili lernen bringt sehr viel weil es ermöglicht, dass ich mich mit den Leuten unterhalten kann und das Gefühl habe, etwas Neues zu erfahren”

“Der Aufenthalt an sich, mit allem was dazugehört, ist mir sehr wichtig - dass es grundsätzlich eine Zeit gibt, in der die Uhren ein wenig anders ticken als in Schule/Ausbildung/Studium/…”

“Mit meiner Gast-Familie bin ich in letzter Zeit besonders zusammengewachsen, worüber ich sehr froh bin, wie zum Beispiel durch Ausflüge und Zeit zu Hause. Der Austausch und gegenseitig Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen zu sammeln, ist für mich besonders schön. Ich finde wir können einfach so viel voneinander lernen, sei es über die verschiedenen Kulturen, Religionen, Sprache, besondere Feste …. Das schätzte ich sehr an meiner Familie, dass ich durch sie sehr viele Eindrücke erleben darf und einiges mit ihnen unternehme. ”

“Die Arbeit: Es macht mir unheimlich Spaß, mit den Kindern draußen zu spielen oder wenn ich ihnen zum Beispiel etwas zeigen kann oder der Feuerwehr-Unterricht oder wenn ich ihnen was beibringen kann, was ihnen fürs Leben hilft.”

“Ich finde es toll, hier die Arbeit zu machen und mir ist wichtig, dass wir unser Projekt gut fertigstellen.”

“Sachen entdecken. Einfach mal den Berg hochlaufen.”

Frage 7: AUS WELCHEM GRUND HAST DU DICH 2020/2021 FÜR EIN FREIWILLIGENJAHR ENTSCHIEDEN?

“Tatsächlich wollte ich etwas Sinnvolles machen.”

“In meinem Motivationsschreiben habe ich geschrieben, dass ich neue Kulturen kennenlernen, mich persönlich weiterentwickeln und einen Beitrag hier leisten will, irgendetwas unterstützen.”

“Auch, dass ich eine Auszeit haben wollte; einfach mal raus aus Deutschland nach der Schule, einfach mal weg."

“In Deutschland (…) habe ich jemanden getroffen, der mir von seinem Leben erzählt hat. Dass er in Tansania war und Brunnen gebohrt hat. (…) Das hat mich inspiriert und darauf habe ich geschaut, was es so für Optionen gibt. Ich hätte eine Ausbildung anfangen oder eben das Freiwilligenjahr machen können. Und, obwohl ich noch gar keine Vorstellung hatte, was es bedeutet, hier zu sein, wollte ich zumindest in einem kleinen Rahmen etwas Snnvolles tun und (…) habe mich für Tanzania entschieden.”

“Um mich für mich weiterzuentwickeln, aber sich auch hier mit Leuten auszutauschen und den Menschen hier vor Ort zu helfen.”

“Das war bei mir ein bisschen anders: Ich habe mich nicht primär für einen Freiwilligendienst in Tansania entschieden, sondern für mich war schon immer klar, im Meeresschutz arbeiten zu wollen.”

“Für mich stand nach meinem ersten Auslandsaufenthalt fest, dass ich nach dem Abitur auf jeden Fall nochmal ins Ausland möchte. Außerdem wusste ich noch nicht genau, was ich studieren will. Da dachte ich mir: Was kann ich in dieser Zeit tun, was mich weiterbringt und wo ich anderen Menschen helfen kann?”

“Dass ich eine einfache Möglichkeit wahrnehmen wollte, eine große Veränderung im Leben zu bekommen.”

“Ich wollte eine andere Kultur kennenlernen, ein anderes Land sehen, ein bisschen reisen, komme aus der Schule und wollte erstmal etwas anderes machen.”

“Die Wahl von DTP als Organisation und Tanzania als Zielland ist vor allem durch das Feuerwehr-Projekt zustande gekommen. Bei der Jugendfeuerwehr engagiere ich mich sowieso schon seit sieben Jahren - einfach perfekt.”

“Seine Lebensumstände stark zu verändern statt zuhause wohnen und in die Schule gehen und in der Freizeit durch die Stadt laufen und Fahrrad fahren.”

“In meinem Auslandsjahr in der Schulzeit habe ich viele positive Erfahrungen für mein Leben gesammelt, habe viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich jetzt immer noch Kontakt habe - dafür bin ich sehr dankbar. Es hat mir total Spaß gemacht, im Ausland zu leben, um mich mit den Menschen auszutauschen und verschiedenste Erfahrungen zu sammeln. Ich finde, dass der größte Impact, den man auch für sich selbst mitnehmen kann, die persönliche Entwicklung ist, weil man im Ausland mehr auf sich allein gestellt ist (…). Das zu erfahren hat mir sehr Spaß gemacht und ich wollte es auf jeden Fall nochmal erleben.”

Frage 8: WELCHE KLEINEN MOMENTE GEBEN DIR HIER IM ALLTAG DAS GEFÜHL, SINNVOLL ZU SEIN? BESCHREIBE EINE SITUATION, DIE DIR SPONTAN EINFÄLLT.

“Meiner Gastfamilie zu erklären, wie es in Deutschland aussieht, das kommt mir sinnvoll vor. Und wenn es ist, dass ich erzähle, dass es dort keine Mangos gibt.”

“Gestern habe ich mit meiner Familie in Deutschland eine Zoom Konferenz gehalten. Meine Oma hat gesagt, dass sie gedacht hätte, dass das alles ganz anders aussieht.”

“Vor allem wenn ich Swahili sprechen kann und verstanden werde, wenn ich irgendwelche neuen Sachen erfahre, die ich ohne Kontakt zu den Leuten gar nicht erfahren hätte oder nicht mal darauf gekommen wäre.”

“Ich habe das Gefühl, hier sinnvoll zu sein, wenn ich einfach nur Zeit mit den Leuten verbringe.”

“Neulich im Bus nach Morogoro saß ich neben einem, der aussah wie ein Maasai, ein junger - der war glaube ich 23, hat er gesagt. Den habe ich auf Swahili angesprochen und mich mit dem 10 min unterhalten und erfahren, dass er die Kühe seiner Mutter hütet. Und dann habe ich dem erzählt, dass ich auch schon Kühe hüten war und habe herausgefunden, wo er herkommt und warum er jetzt nach Morogoro fährt und habe ihm erzählt, was ich arbeite. Das war sehr schön, weil wir uns sogar über die Umwelt, die am Bus vorbeigezogen ist, unterhalten konnten, ohne die ganze Zeit ein Wort Englisch zu benutzen. Das hat mit das Gefühl gegeben, dass ich mich hier selbstständig bewegen kann.”

“Ansonsten sind es die kleinen Situationen, wie einfach tolle Gespräche mit der Gastfamilie oder an Ramadan auf der Insel, wenn man zusammen gegessen hat und über Gott und die Welt redet, das gehört für mich auch zum Sinn des Freiwilligendienstes.”

“Mein Alltag hat sich dadurch verändert, dass wir mein Kleinprojekt angefangen haben. Zu sehen, dass wir keine professionelle Arbeit machen, weil; wir bauen einfach Öfen. Wir haben alle keine professionelle Ausbildung im Ofenbau, wir machen das einfach und die Leute freuen sich. (…) Für mich hängt der Sinn dann davon ab, wie lange die effizienteren Öfen tatsächlich halten - das weiß ich jetzt gerade nicht (…) Ein Mann meinte, dass er statt 5 Päckchen Feuerholz in der Woche, wie normal, mit seinem effizienteren Ofen, den wir im Zuge meines Kleinprojektes gebaut haben, um Abholzung zu verlangsamen, nur noch ein Päckchen für fünf Tage braucht. Das fände ich äußerst sinnvoll.”

“Einfach wenn man mit denen abhängt und etwas macht, sich einfach nur anlächelt oder versucht, Swahili zu reden- dann habe ich schon das Gefühl, dass ich sinnvoll bin.”

“Am Samstag war ich mit meiner Gast-Familie abends am Strand und dann haben meine Gastgeschwister und ich im Meer gebadet. Wir hatten alle super viel Spaß und als wir rauskamen haben sich meine Mama und meine Bibi (Großmutter) total gefreut und haben Bilder gemacht und das war ein wunderschöner Moment für mich.”

“Es gibt so AHA-Momente, wenn die Kinder dann plötzlich englische Begriffe raushauen und man denkt ‘toll, da hat der Unterricht etwas gebracht’, das ist schön.”

Frage 9: WIE WIRD SICH DIESES JAHR AUF DIE ZEIT DANACH IN DEUTSCHLAND (?) AUSWIRKEN?

“Dadurch, dass ich noch nicht weiß, was ich studieren will, und durch die Erfahrungen, die ich hier im Meeresschutz mache, ändert sich mein Blickwinkel. In Deutschland hatte ich eigentlich ein Sports-Engineering Studium angefangen, wenn ich mich allerdings hier jetzt mit meiner Studienwahl auseinandersetzen würde, geht das nun eher in eine ähnliche Richtung wie meine Arbeit hier mit Umwelt - da gibt es ja unendlich viele Möglichkeiten. (…)”

“Das Jahr wird sich vor allem im Punkt Studienwahl und Berufswahl auswirken, weil ich mir hier viel Gedanken machen kann.”

“Schon jetzt merke ich Veränderungen in meiner eigenen persönlichen Entwicklung und meiner Lebenseinstellung. Wir sind noch über ein halbes Jahr hier, ich glaube, dass sich da noch sehr viel tun wird. Dass man zum Beispiel umweltbewusster leben wird oder sich mehr Gedanken macht, wie andere Personen denken und deren Blickwinkel versteht.""

“Das ist nicht so ‘die in Afrika’ und ‘wir in Deutschland’; ich glaube, Sinn des Freiwilligenjahrs ist es auch, zu erkennen, wie alles zusammenhängt.”

“Boah, das kann ich noch nicht sagen. Das kann ich echt noch nicht sagen. Ich hoffe, dass ich aufgeschlossener sein werde, bin im Moment mit Sicherheit demütiger. Wie heftig es ist, zu erkennen, dass ich eigentlich gar keinen Plan habe, wie die Welt aussieht. Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Tanzania und (…) alle Vorstellungen lagen komplett falsch. Das hinterlässt einen bleibenden Eindruck und fühlt sich auch sinnvoll an.”

“Das Jahr gibt mir viel Zeit, darüber nachzudenken, wohin ich will.”

“Ich werde mich mehr mit der Thematik von Müll auseinandersetzen. Hier sieht man die ganze Zeit die Müllfeuer und ich habe diese Thematik vorher noch nicht so stark wahrgenommen.”

“Ich möchte weiter Infos zu Meeresschutz mit anderen Leuten teilen, das ist mir sehr wichtig.”

“Außerdem habe ich gemerkt, dass ich nochmal gerne etwas arbeiten würde, bevor ich wieder in die Schule gehe.”

“Ich glaube, das wird noch stärkere Auswirkungen haben, aber ich weiß auf jeden Fall jetzt schon, dass ich in der Zukunft irgendetwas tun will, was messbare Ergebnisse produziert.”

“Ein Ziel von mir ist es, Vorurteile abzubauen; (…) indem man vom Leben hier erzählt und typische Klischees abbaut.”

“Ich kann die Dinge, die ich habe, jetzt viel mehr wertschätzen. Zum Beispiel Thema Krankenversicherung. Die Kinder in dem Center, in dem ich arbeite, haben alle keine Krankenversicherung und der Chef geht mit ihnen deshalb nicht ins Krankenhaus; das kostet dann viel zu viel Geld. Folglich haben die Kinder manchmal riesen Wunden am Bein, wo ich mir denke ‘die müssen ins Krankenhaus’ oder liegen seit drei Tagen mit 39 Grad Fieber im Bett. Dann kann ich beispielsweise wertschätzen, dass meine gesamte Familie gesund ist und in Deutschland für solche Fälle vorgesorgt ist.”

Frage 10: BEANTWORTE IN EINEM SATZ: WAS IST DER SINN VON DEINEM FREIWILLIGENDIENST?

“Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln, mit den Leuten vor Ort austauschen und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln.”

“Zum einen lerne ich neue Grenzen und Fähigkeiten bei mir kennen und zum anderen kann ich den Kindern im Center eine schönere Zeit geben.”

“Das Freiwilligenjahr gibt mir die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen.”

“Der Sinn von meinem Freiwilligenjahr ist für mich, Abstand von meinen bisherigen Lebens- und Denkweisen zu gewinnen und durch die Veränderungen, die ich hier erfahre, in der Zukunft mehr wahrnehmen zu können und mehr Veränderungen zu sehen”

“Die Welt ein klitzekleines Stückchen besser machen.”

“Erkenne dich selbst.”