Jane und die Schimpansen

"You cannot get through a single day without having an impact on the world around you. What you do makes a difference, and you have to decide what kind of difference you want to make." - Dr. Jane Goodall

Die Frau die mit den Schimpansen lebte Die Frau die mit den Schimpansen lebte Jane versteht sogar die meisten Schimpansen laute [Foto von Jane Goodall Institut/Michael Neugebauer, https://www.geo.de/geolino/mensch/2819-rtkl-weltveraenderer-jane-goodall]

Dr. Jane Goodall, 85 Jahre alt, reist mehr als 300 Tage im Jahr und dennoch hatten wir im Februar dieses Jahres die Möglichkeit sie zu treffen. Ich muss jedoch zugeben, bevor ich beim Jane Goodall’s Roots & Shoots angefangen habe zu arbeiten, habe ich noch nie bewusst von Jane gehört und das obwohl sie eine so beeindruckende Persönlichkeit ist.

Daher möchte ich euch hier ein bisschen über Jane und ihre Entdeckungen erzählen.

Valerie Jane Morris-Goodall wurde am 3. April 1934 in London geboren. 1957 reiste sie das erste Mal nach Afrika, wo sie als Sekretärin vom Anthropologen Louis Leakey arbeitete. Leakey fragte Jane die Schimpansen vom Gombe Nationalpark zu studieren und so kam Jane zusammen mit ihrer Mutter Vanne am 14. Juli 1960 im Gombe Nationalpark an, um dort zu leben und das Verhalten der Schimpansen zu beobachten. Während Jane die Schimpansen studierte, stellte Vanne im Camp Medizin für die umliegenden Dorfbewohner zur Verfügung. Janes Mutter blieb 5 Monate.

Es dauerte seine Zeit bis die Schimpansen Jane in ihrer Umgebung akzeptierten. Sie benannte die Schimpansen mit Namen und nicht nach Zahlen, was wissenschaftlich korrekter gewesen wäre. So dokumentierte sie das Leben von Flo, ihrer Tochter Fifi, David Greybeard, Mr. Worzle, Mike, Goliath, und dem Rest. David Greybeard hatte weniger Angst vor Jane und brachte ihr ihre zwei ersten und signifikantesten Entdeckungen. Jane beobachtete Greybeard wie er Fleisch eines Buschschweinkindes aß, bis dahin dachte man Schimpansen leben vegetarisch. Eine weitere bahnbrechende Beobachtung war, wie Greybeard Blätter von einem Grashalm entfernte und ihn präparierte um Termiten damit aus ihrem Bau zu holen. Schimpansen sind also in der Lage Werkzeuge zu machen und zu benutzen, diese Fähigkeit schrieb man zuvor nur dem Menschen zu.

Leakey schrieb dazu: „NOW WE MUST REDEFINE TOOL STOP REDEFINE MAN STOP OR ACCEPT CHIMPANZEES AS HUMAN”

Schimpansen sind uns Menschen in vielen Verhaltensweisen sehr ähnlich. Wir sind ja schließlich auch "ninetynine percent chimpanzee", unsere DNA unterscheidet sich nur um 1%. Bis auf Cholera können Schimpansen an allen Krankheiten erkranken unter denen auch wir Menschen leiden können.

Obwohl Jane keinen universitären Abschluss hatte, promovierte sie 1962 mit einer Ausnahmegenehmigung an der Universität Cambridge und bekam so nach drei Jahren 1965 den Doktortitel verliehen. Da sie dazu Gombe zeitweise verlassen musste, richtete Jane ein Programm zur unterstützen der Untersuchungen ein, sodass während ihrer Abwesenheit keine Daten verloren gehen. So wurde das Gombe Stream Research Center gegründet. Hugo van Lawick kam 1962 nach Gombe um Janes Arbeit auf Bild und Film festzuhalten, sie verliebten sich und schließlich erhielt Jane ein Telegramm mit den Worten: „WILL YOU MARRY ME STOP HUGO“. 1967 wurde dann ihr Sohn Hugo Eric Louis van Lawick alias Grub geboren. Doch schon 1974 folgte die Scheidung, da Hugos Filmleidenschaft in der Serengeti lag aber Janes Leben den Schimpansen in Gombe galt. 1975 heiratete Jane erneut, einen Tansanischen Regierungsoffizier der 1980 verstarb. Hugo starb 2002. 1986 beendete Jane ihre Feldstudien und verließ Gombe um weltweit ein größeres Bewusstsein für den Klimawandel zu schaffen und sich für den Erhalt der Umwelt und das Leben der Schimpansen einzusetzen.

1977 gründete sie das Jane Goodall Institute for Wildlife Research, Education and Conservation (JGI) , das sich heute bereits in über 20 Ländern für den respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur einsetzt. 1991 rief Jane gemeinsam mit Schülern in Daressalam das Programm Roots & Shoots (Wurzeln und Sprösslinge) ins Leben. Kinder und Jugendliche aus aller Welt können am Roots & Shoots Programm teilnehmen, indem sie sich in irgendeiner Form für Tiere, die Umwelt oder Menschen einsetzen. Hier in Daressalam haben wir als Roots & Shoots Umweltclubs an Schulen und verschiedene Aktionen zu Tagen wie dem Internationalen Tag des Friedens, der Erde, des Schimpansen oder dem Clean Up Day, sowie die Wiederaufforstung. Heute gibt es bereits mehr als 10.000 Roots & Shoots-Gruppen in über 100 Ländern. Jane Goodall erhielt für ihre Arbeit eine Vielzahl von Preisen, schrieb mehrere Bücher und ist vielen ein Vorbild, die sich für Tier- und Umweltschutz interessieren.

"Every individual matters. Every individual has a role to play. Every individual makes a difference." - Dr. Jane Goodall


Internetquellen: https://www.geo.de/geolino/mensch/2819-rtkl-weltveraenderer-jane-goodall Literaturquellen: Becoming Jane, Tony Gerber, National Geographic, October 2017, Seite 30-51. Jane Goodall 50 Years at Gombe, Jane Goodall with the Jane Goodall Institute, 2010 by Stewart, Tabori & Chang.