Plant Today, Save Tomorrow - Wir pflanzen Bäume in Zanzibar-City

Im Klassenzimmer der Vikokotoni Secondary School ist alles in Bewegung. Abdu sortiert Flaschendeckel nach Farbe, Saida hantiert mit Holzleim, um die Deckel aufzukleben und andere Jugendliche verzieren ihr Werk mit Pinsel und Farbe. Diese Schule ist ein Glücksgriff. Die Vikokotoni Secondary School ist eine von zwei Einrichtungen, die wir für ein Kunstprojekt im Rahmen unseres Kleinprojekts unter dem Motto „Plant today, save tomorrow“ ausgesucht haben.

Vorteile von Bäumen Vorteile von Bäumen Beim Brainstorming kam eine stattliche Sammlung an Vorteilen zusammen, die Bäume uns bringen. [Foto von Julia Mitze, Copyright by Julia Mitze]

Bäume spenden Schatten, sauberes Grundwasser und gute Luft – die Grundlagen unseres Lebens. Je mehr davon in einer Stadt stehen, umso besser. Ziel unseres Projekts ist es, die Bäume, ihre lebensspendende Kraft und ihre Bedeutung als wichtige Elemente des Stadtbildes stärker ins Bewusstsein der sansibarischen Gesellschaft zu rücken und möglichst viele Menschen für die Idee zu begeistern, in der Stadt Bäume zu pflanzen. In der sechswöchigen Vorbereitungszeit auf den öffentlichen „Tree Planting Day“ unserer Organisation SEA beschäftigten wir uns gemeinsam mit zwei Schülergruppen fachliche, künstlerische und praktische mit dem Thema Bäume. Die Künstler Dullah Wise und Aida Abdalla unterstützen uns an jeweils einer Schule: Dullah arbeitete mit den 18 bis 19-jährigen Schülern der Vikokotoni Secondary School, Aida mit den Grundschülern der True Vision International School. In fünf Sessions sprachen wir an beiden Schulen über die Vorzüge von Bäumen in der Stadt, besuchten die ökologische Baumschule des Städtebauprojekts Fumba und kreierten mit den Schülern ein großes Kunstwerk aus recycelten Materialien.

Besonders beeindruckt waren wir Freiwilligen, Teresa und Julia, von den Schülern der staatlichen Vikokotoni School. In der ersten Session zeichnete ich einen Baum an die Tafel und ließ die Gruppe Eigenschaften von Bäumen aufzählen. Für die schier unendlichen Beiträge reichte der Platz auf der schmalen Tafel beinahe nicht aus. Kaum setzte ich die Kreide an, schnellten die nächsten Hände hoch. Vom Erosionsschutz bis zum CO2-Abbau – die Schüler wussten bereits bestens Bescheid darüber, welche positiven Eigenschaften und Einflüsse von Bäumen auf alles Leben ausgehen.

Ein Helm aus Styropor, ein Plastikdeckel wie ein Horn auf der Stirn – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Die 18- und 19-jährigen Schüler des Environment-Clubs an der Vikokotoni School begnügten sich nicht nur mit einem gemeinsamen Kunstwerk, das wir mit ihnen unter der Leitung von Dullah Wise entwickelten. Gemeinsam mit der Gruppe waren wir zum Müllsammel-Projekt JMJV gegangen und hatten von Seilresten bis hin zu Flaschendeckeln verschiedene Materialien gesucht, um daraus auf einer großen Holzplatte einen Baum zu gestalten. Zurück im Science-Labor setzten die Fundstücke ungeahnte Kreativität frei. Das war nicht zuletzt der Verdienst Dullahs, der die jungen Leute mit seiner lustigen und leidenschaftlichen Art für das Projekt gewann. Wer gerade keine Sonne, Vögel, Blätter oder sonstige Bestandteile des Bildes vorbereitete oder aufklebte, fand eben eine andere Beschäftigung oder dekorierte sich selbst oder seine Mitschüler mit bunt bemalten Abfallstücken.

Jetzt geht es in großen Schritten dem Pflanztag entgegen. Bewaffnet mit einem Stapel Genehmigungen von allen Ämtern, die etwas zu sagen haben, werden wir am Sonntag die Straßen von Vikokotoni mit Bäumen bereichern, die dort in Zukunft die Luft filtern, Schatten spenden, für besseres Grundwasser sorgen und die Überflutungen in der Regenzeit reduzieren. Die Setzlinge wurden im Recyclingprojekt JMJV selbst herangezogen und die Komposterde entstand aus dem organischen Abfall, den die Mitarbeiter des JMJV jeden Morgen in Vikokotoni einsammeln. Unsere Hoffnung ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Idee in die Familie und den Freundeskreis weitertragen und dass sie so andere anspornen, selbst aktiv zu werden.