Musik mehr als nur Töne

"Musik is not only some sounds, its much more. It connects people together and gives us alot to enjoy." Musik gibt es schon seit Jahrzehnten. Jeder Mensch kommt mit Musik in Kontakt. Sei es das Hören des am Morgen laufenden Radios oder das Spielen eines Instrumentes. Musik ist einfach überall zu finden.

Musikschule Stonetown Musikschule Stonetown Das ist der Blick auf die grösste Musikschule Sansibars. [Foto von Daniel Al Baqain, Daniel Al Baqain]

„Musik is not only some sounds, it‘s much more. It connects people together and gives us a lot to enjoy.“ – Musik ist das Thema um das es im heutigen Bericht geht, da sie mich seither beschäftigt und ich in Sansibar auf eine besondere Weise damit konfrontiert wurde. Musik gibt es schon seit Jahrzehnten. Jeder Mensch kommt mit Musik in Kontakt. Sei es das Hören des am Morgen laufenden Radios oder das Spielen eines Instrumentes. Musik ist einfach überall zu finden. Aufgrund der Omnipräsenz der Musik in meinem Umfeld hier während des Freiwilligenjahres, möchte ich näher ergründen, welche Bedeutung und welchen Stellenwert die Musik hier auf Sansibar hat. Dafür habe ich drei verschiede Einheimische aus verschiedenen Altersgruppen befragt. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass jeder Mensch einen individuellen Musikgeschmack hat, kann diese Umfrage nur einen limitierten Einblick in das Musikleben der Sansibaris geben. Diese Umfrage verschafft jedoch einen guten Einblick in die Beziehung zwischen den Menschen und der Musik.

Mein erster Interviewpartner ist Ammar (19), er ist im selben Alter wie ich und zugleich auch mein Arbeitskollege bei MOTO. Ausgewählt habe ich ihn aufgrund seiner Leidenschaft zum Singen während der Arbeit. Denn wenn einmal auf der Arbeit wenig zu tun ist, ist Musik eine beliebte Alternative. Die meisten Lieder, die er singt sind auf Kiswaheli, was uns Freiwilligen von Vorteil ist, da so schnell unser eigener Kiswaheli-Wortschatz verbessern wird. Der zweite Befragte, ist der Musiklehrer Robert (35). Er ist schon seit drei Jahren Musiklehrer und unterrichtet Klavier an der Musikschule in Stonetown auf Sansibar. Die dritte Befragte ist Joha (26), eine ehemalige Grundschullehrerin und ein großer Musik-Fan.

Bei der Frage welche Rolle Musik in ihrem Leben spielt, beantworten alle diese Frage mit "eine große Rolle". "Musik ist Leidenschaft und eine Gabe die jeder Mensch hat", sagt Robert. Ammar beantwortet diese Frage mit einem schmunzeln im Gesicht. Musik ist für ihn ein purer Genuss und er könnte sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Aus der Musik nimmt er viele Ideen, Inspirationen und auch seine Slogans: "Wenn man einmal nicht gut drauf ist, dann hört man einfach seine Lieblingsmusik".

Was mich jetzt zur nächsten Frage bringt. Welches Genre hören die Befragten denn am liebsten? Und bei dieser Frage merkt man, dass das Alter eine Rolle für die unterschiedlichen Geschmäcker der Befragten spielt. Ammar und Joha hören viel Amarican Rap, Bongo Flavor und Naija (Nigerianische Musik). Robert hingegen hört am liebsten Klassische Musik und African Jazz. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass auf Sansibar viel Musik gehört und dazu getanzt wird. Und da bietet sich Bongo Flavor, Naija und Hip-Hop rhythmisch gut an. Bongo Flavor oder auch Bongo Flava genannt, ist der Name der tansanischen Rapmusik. Es ist die mit am meisten verbreiteste Rapmusikrichtung in den ostafrikanischen Ländern. Typische Instrumente sind Trommeln, Gitarren und Keyboards.

Eine weitere und zugleich auch letzte Frage, widmet sich der Einschätzung der Sansibaris in Bezug auf beliebte Musikgenres in Deutschland. Robert sagt, dass er viele deutsche Freunde hätte und diese auch seinen Musikgeschmack teilen – also Jazz und Klassische Musik. Die anderen beiden hingegen tippen eher auf Hip-Hop und amerikanischen Rap. Durch diese drei Gespräche hat sich mein Eindruck bestätigt, dass Musik ein fester Bestandteil der Gesellschaft auf Sansibar ist. Ich werde dieses Thema während meiner Zeit auf der Insel sicher weiterverfolgen. Klar wurde mir durch die Gespräche: Musikgeschmack ist etwas Individuelles, was durch das Teilen allerdings zu etwas Kollektivem wird.