Der WORLD CLEANUP DAY in Sansibar

Auch in Sansibar ist die Müllentsorgung ein Problem. Deshalb waren wir vier Freiwilligen des Projektes “Klimaschutz und Völkerverständigung”, die auf Sansibar ihren Freiwilligendienst machen, höchst motiviert an diesem besonderen Tag mit unseren jeweiligen NGOs mitzuwirken und ein Zeichen gegen die offensichtliche Problemlage der Umweltverschmutzung auf Sansibar zu setzen.

Freunde und Freiwillige beim Cleanup Day 2018 Freunde und Freiwillige beim Cleanup Day 2018 Freunde und Freiwillige beim Cleanup Day 2018 [Foto von Jenny Huch, Jenny Huch]

Am 15.09.2018 hat der alljährliche World Cleanup Day zum ersten Mal auch in Tansania einschließlich Sansibar stattgefunden.

Bei dem Cleanup Day geht es darum, auf das globale Problem der Umweltverschmutzung und dessen Konsequenzen für die Umwelt, die Menschen und den Tieren – sowohl an Land als auch im Meer – aufmerksam zu machen. Als weltweite Bewegung haben sich an diesem Tag eine Vielzahl von Freiwilligen in mehr als 150 Ländern zusammengeschlossen, um gemeinsam Müll auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu sammeln. Sie setzten damit an verschiedenen Orten ein Statement und weisen auf die Bedeutsamkeit eines korrekten Umgangs mit Abfall hin. Diese bottom-up Bewegung entstand vor 10 Jahren in Estland und wuchs an Bedeutung, was durch eine starke Teilnahme vieler weiterer Länder zeigt.

Auch auf Sansibar ist die Müllentsorgung ein Problem. Deshalb waren wir vier Freiwilligen des Dtp-Projektes “Klimaschutz und Völkerverständigung”, die auf Sansibar ihr Freiwilligenjahr verbringen, höchst motiviert, an diesem besonderen Tag mit unseren jeweiligen Aufnahmeorganisationen mitzuwirken und ein Zeichen gegen die offensichtliche Problemlage der Umweltverschmutzung auf Sansibar zu setzen. Aufgrund der Übereinstimmung des Anliegens des Cleanup Days mit den Zielen unserer jeweiligen NGOs wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, beim Cleanup Day neue Kontakte zu anderen Organisationen zu knüpfen und gleichzeitig Inspiration für künftige Projekte zu finden. MOTO und REZA sind NGOs, die ihren Schwerpunkt des Umweltschutzes auf Erneuerbare Energien gelegt haben. Mit Solaranlagen wird versucht eine günstigere Alternative zu umweltschädlichen Energiequellen zu bieten. SEA hingegen legt den Fokus auf nachhaltiges Recycling von Materialien, wie beispielsweise der Produktion von Accessoires aus Papiermüll.

Nach der Phase der Orientierung über bestehende Projekte und teilnehmende NGOs, haben wir mit den jeweiligen Verantwortlichen gesprochen, um einen ersten Eindruck über die Organisation zu erhalten. Hochgradig motiviert und erfreut darüber, dass wir bereits so viel in die eigene Hand nehmen durften, war dies eine wunderbare Gelegenheit selbstständig mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu treten und neue Organisationsstrukturen kennenzulernen. In Absprache mit unseren Chefs vereinbarten wir eine Zusammenarbeit mit Vereinen wie Manispaa, der Vikokotoni Environmental Society, MOTO, SEA, REZA, ACRA und einigen mehr, um die Erfolgschancen der Initiative zu erhöhen. Insgesamt wurde an 14 Plätzen auf ganz Sansibar Müll gesammelt und schätzungsweise haben 4000 Menschen aus 17 Organisationen teilgenommen. Wir haben uns für die Teilnahme am Mwanakwerekwe Markt entschieden, da Hygiene und Sauberkeit gerade auf dem Markt sehr wichtig sind. Außerdem sind dort viele Menschen, die aus Neugier mit uns in Kontakt treten würden. Dort haben wir etwa 2-3 Stunden mit allerlei Equipment Müll von den Straßen geräumt.

Viel Anerkennung und Wertschätzung, aber auch Überraschung und Unwissenheit wurden uns entgegengebracht. Einige Menschen auf dem Markt haben uns gefragt, ob sie mithelfen dürfen und andere wollten wissen, was der World Cleanup Day ist. Neben der Reinigung eines sehr belebten Marktes hatten wir die Möglichkeit mit Menschen in Kontakt zu treten, als auch einen Austausch zwischen den Organisatoren genießen zu dürfen. Ertragreich war dieser Tag in vielerlei Hinsicht, denn wir haben die Sicht der Marktbesucher und Verkäufer kennengelernt und ihre Meinung zur allgemeinen Umweltverschmutzung. Zum einen bemängelten sie die unzureichende Anzahl an Mülleimer und die fehlenden Vorschriften. Andere beklagten das verbreitete Verhalten und die damit einhergehende Gewohnheit mancher Menschen, ihren Müll einfach auf die Straße zu werfen. Abdallah – der ebenfalls am Cleanup Day teilgenommen hat - ist der Manager der Vikokotoni Environment Society. Ihn haben wir zum Müllproblem befragt. Das Gelände der Vikokotoni Environment Society ist immer einen Besuch wert, sodass wir uns mit Abdallah an einem warmen und sonnigen Morgen getroffen und ihn um ein kurzes Statement zum World Cleanup Day gebeten haben. Dabei war für uns neben dem allgemeinen Eindruck des Tages, das Waste Management von staatlicher Seite und von Seiten der Bevölkerung interessant.

Zunächst erklärte er noch einmal, wie wichtig die Sauberkeit der eigenen Umwelt für die Hygiene und das Wohlbefinden jedes Menschen sei. Alle sollten sich um dieses Problem kümmern, denn auch jeder ist betroffen. Die Gesellschaft sollte nachhaltig mit eingebunden werden. Denn nach kurzer Zeit war auf dem Mwanakwerekwe Markt erneut allerlei Müll zu sehen. Mehrere Ideen kamen auf, wie künftige Projekte zum Waste Management verbessert werden könnten: z.B. eine längere Zeit der Ankündigung, um gerade auch Einheimische zu erreichen. Informationen sollten hauptsächlich persönlich und mündlich weiter getragen, aber auch durch Flyer, Radio, Fernsehen und Plakate verbreitet werden. Facebook sei eine eher schlechte Alternative, da dieses soziale Medium eher für Freunde und weniger für informative Zwecke genutzt werde.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Menschen sich des Problems bewusst sind, jedoch teilweise die Verbindung zwischen dem eigenen Handeln und der regionalen Umweltverschmutzung samt ihren Auswirkungen fehle. Das Aufgreifen der Themen Müll und Umwelt in der Schule, in sogenannten Environment Clubs, sei in einigen Schulen schon gegeben, sollte aber noch ausgeweitet werden. Was gibt es für Vorteile und positive Aspekte einer sauberen Umwelt? Wie kann ich meinen Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten? Genau das könnte hier erarbeitet werden.

Wir hatten während des Müllsammelns sehr viel Spaß und hoffen in naher Zukunft auf mehr Projekte dieser Art. Außerdem können wir trotz der geringen Beteiligung der Bevölkerung sagen, dass dieses Event nicht ungesehen geblieben ist. Und wir konnten ebenfalls die Chance nutzen und über unseren Freiwilligendienst berichten. Für uns war es ein toller Tag, mit vielen guten Eindrücken, Anregungen und Kontakten. Aber es bleibt die Frage, wie wir auch weiterhin einen Beitrag zu einem sauberen Umfeld leisten können. Es gibt einige Aktionen die monatlich oder sogar täglich stattfinden. Eine Kooperation können wir uns sehr gut vorstellen. Handlungsbedarf sehen wir allerdings noch in der Mobilisation von mehr Leuten in Sansibar.

Vielleicht gibt dieser kleine Ausschnitt aus dem Leben der Insel ebenfalls Anregung, um das eigene Verwertungssystem zu überdenken. Uns gibt es auf jeden Fall neue Inspiration, sich dem Thema Waste Management auf neue Weise zu nähern und eigene Denk- und Verhaltensweisen zu hinterfragen. Viele tolle do- it- yourself Projekte gibt es schon – einfach einmal googlen und loslegen!


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